PV Planungssoftware kostenlos: Top-Tools für 2026 im Test

Beste PV Planungssoftware kostenlos finden. Unser Test 2026 vergleicht 10 Top-Tools: Funktionen, Grenzen & Praxistipps für Handwerker.

Weniger Excel, mehr Marge. Genau da stehen viele Handwerksbetriebe gerade. Der Kunde will kurzfristig ein Angebot für eine PV-Anlage, am besten noch heute. Also werden Dachmaße aus Karten geschätzt, Modulfelder in Excel geschoben, Verschattung grob beurteilt und beim Wechselrichter gehofft, dass die Auslegung später nicht kippt. Das frisst Zeit, produziert Rückfragen und landet oft als halbfertige Datei irgendwo zwischen Büro-PC, E-Mail-Postfach und Handy.

Der Druck ist real. Deutschland gehört zu den größten PV-Märkten Europas. 2023 wurden laut Bundesnetzagentur-Auswertung bei Streit Software rund 14,1 GW neue Photovoltaikleistung installiert, nach 7,3 GW im Jahr 2022. Für Handwerksbetriebe heißt das vor allem eins: mehr parallele Anfragen, kürzere Reaktionszeiten und mehr Bedarf an sauberer, standardisierter Erstplanung.

Genau deshalb ist kostenlose PV-Planungssoftware im Alltag so wichtig. Sie hilft nicht nur beim schnellen Erstentwurf, sondern auch bei Angeboten, Vorabschätzungen und sauberer Dokumentation. In der Praxis trennt sich aber schnell die Spreu vom Weizen. Manche Tools taugen als Komplett-Planer, andere nur für Montage, Ertrag oder Hersteller-Ökosysteme.

1. SMA Sunny Design

SMA Sunny Design ist ein klassischer Allrounder für die frühe technische Auslegung. Wenn Sie häufig mit SMA arbeiten oder im Angebotsprozess schnell eine belastbare Erstplanung brauchen, ist das Tool ein vernünftiger Startpunkt. Gerade bei Standard-Dachanlagen kommen Sie ohne große Umwege zu einer ersten Systemidee.

Im Alltag ist der große Vorteil die Kombination aus Dachbelegung, Verschattungsanalyse, Komponentenvorschlägen sowie energetischer und wirtschaftlicher Bewertung. Dazu kommen Projektablage, Teilen von Planungen und die Nutzung im Web oder mobil. Das spart Abstimmung, wenn der Vertrieb im Büro plant und der Bauleiter später die Unterlagen braucht.

Wo es stark ist

Für kleine und mittlere Projekte funktioniert Sunny Design gut, wenn Sie zügig ein Angebot auf die Straße bringen müssen. Sinnvoll ist es vor allem dann, wenn Ihr Betrieb nicht nur grob rechnen, sondern auch gleich sauber dokumentieren will. Wer ohnehin schon im SMA-Umfeld arbeitet, reduziert Medienbrüche zusätzlich.

Practical rule: Nutzen Sie Sunny Design für den Erstentwurf und frieren Sie die Angebotsversion früh ein. Sonst plant das Büro nach, während die Baustelle schon mit einer älteren Belegung arbeitet.

Praktisches Beispiel: Ein Kunde schickt Dachfotos und den Jahresverbrauch. Im Büro entsteht mit Sunny Design ein erster Entwurf inklusive Speicheridee. Danach exportieren Sie die Planungsunterlagen und geben sie direkt in die interne Projektstruktur. Wenn Sie Ihre Folgeprozesse im Handwerk digital aufsetzen wollen, lohnt sich auch ein Blick auf diesen Leitfaden für Software für Elektroplanung in Handwerksbetrieben.

Nachteile gibt's ebenfalls. Erweiterte PRO-Funktionen sind kostenpflichtig. Außerdem brauchen Sie eine Registrierung mit SMA-ID. Das ist kein Drama, aber bei kostenloser PV-Planungssoftware gehört die Login-Pflicht zu den Punkten, die man vorab klären sollte.

2. Fronius Solar.creator

Fronius Solar.creator

Fronius Solar.creator spielt seine Stärke im Kundengespräch aus. Das Tool ist browserbasiert, kostenlos nutzbar nach Registrierung und sauber auf einen durchgängigen Angebotsprozess ausgelegt. Wenn Sie Anlagen nicht nur technisch, sondern auch verkäuferisch ordentlich präsentieren wollen, passt das gut.

Das merkt man an der Struktur. Standortwahl, Auslegung, Komponentenabgleich, Berichte und Beratungshilfen greifen recht logisch ineinander. Für Betriebe, die im Tagesgeschäft viele ähnliche Wohnhausprojekte rechnen, ist genau das wertvoll. Weniger Springen zwischen Programmen, weniger Copy-paste in Angebotsdokumente.

Für wen es passt

Solar.creator ist stark, wenn Sie Fronius-Komponenten ohnehin regelmäßig verbauen. Dann bekommen Sie einen Planungsprozess, der zum eigenen Materialeinsatz passt. Im Beratungstermin hilft das, weil Planung und Produktwelt zusammenhängen.

  • Gut für Angebotsgespräche: Berichte und Visualisierung lassen sich sauber an Kunden weitergeben.
  • Gut für das Büro: Die cloudbasierte Nutzung erleichtert Zusammenarbeit ohne lokale Installation.
  • Weniger gut für offene Herstellerwahl: Das Tool ist klar auf Fronius optimiert.

Ein typischer Einsatz: Ein Einfamilienhaus mit Speicheroption. Der Vertrieb erstellt zwei Varianten, einmal mit kleinerem Speicher, einmal mit größerem Speicher, und kann beide strukturiert im Gespräch zeigen. Das ist praktisch, weil Kunden selten nur eine Ja-nein-Entscheidung treffen. Meist wollen sie Varianten sehen.

Was nicht so gut funktioniert: herstellerneutrale Planung über viele Fabrikate hinweg. Wenn Ihr Betrieb bewusst flexibel einkauft oder bei Wechselrichtern je nach Verfügbarkeit umschwenkt, dann kann die Herstellernähe später zum Engpass werden.

Der direkte Einstieg läuft über Fronius Solar.creator.

3. SolarEdge Designer

SolarEdge Designer

SolarEdge Designer ist kein Werkzeug für alles. Es ist ein Werkzeug für Betriebe, die bewusst mit SolarEdge planen. Dann wird es richtig stark. Vor allem bei elektrischem Design, Stringing, DC-Planung sowie Batterie- und Backup-Themen nimmt es viel Handarbeit raus.

Im Alltag ist das ein echter Vorteil, wenn Fehler in der elektrischen Auslegung teuer werden. Statt nachträglich Strings umzubauen oder auf der Baustelle festzustellen, dass die Logik nicht sauber aufgeht, bekommen Sie früh eine herstellerspezifische Auslegung. Das spart Rückfragen zwischen Vertrieb, Planung und Montage.

Praktischer Einsatz auf der Baustellenseite

Wenn das Büro mit SolarEdge Designer plant, sollte die Baustelle nicht nur das PDF bekommen, sondern auch eine klare Material- und Montagesicht. Sonst bleibt die Planung im Büro stecken. In der Praxis braucht das Montageteam vor allem drei Dinge: String-Logik, Komponentenliste und Sonderhinweise zu Backup oder Batterieanbindung.

Bei herstellerspezifischen Tools zählt weniger die schöne Oberfläche als die Frage, ob Ihr Team die Ergebnisse ohne Nachfragen verbauen kann.

SolarEdge Designer ist kostenlos, verlangt aber einen Installer-Account. Das ist normal, kostet aber Zeit beim Einrichten. Wer nur gelegentlich SolarEdge baut, wird die Einarbeitung möglicherweise als zu hoch empfinden. Wer SolarEdge regelmäßig verkauft, spart sich diese Zeit später mehrfach wieder ein.

Unterm Strich ist das Tool ideal für Betriebe mit klarer Produktstrategie. Für freie Vorplanung über verschiedene Hersteller ist es weniger geeignet. Dann wird aus kostenloser PV-Planungssoftware schnell eine Sackgasse, weil die Planung zu eng an eine Hardwarewelt gebunden ist.

Den Zugang finden Sie direkt bei SolarEdge Designer.

4. Huawei FusionSolar SmartDesign 2.0

Huawei FusionSolar SmartDesign 2.0

Huawei FusionSolar SmartDesign 2.0 ist interessant für Betriebe, die schnell von der Dachidee zur Systemvariante kommen wollen. Die Satellitenansicht, die zügige Dimensionierung und automatische Empfehlungen machen das Tool vor allem in der frühen Angebotsphase angenehm. Sie sehen schnell, ob ein Projekt grob in die richtige Richtung läuft.

Das ist besonders nützlich, wenn Kunden schon beim Erstkontakt nach Speicher fragen. Das Tool unterstützt PV plus ESS-Auslegung und Variantenvergleich. Im Verkaufsgespräch hilft das, weil Sie nicht erst separate Rechenwege aufbauen müssen.

Was im Tagesgeschäft überzeugt

Huawei deckt Wohn- und Gewerbeprojekte ab. Das ist praktisch für Betriebe, die nicht nur Einfamilienhäuser machen, sondern auch kleinere Hallen, Gewerbedächer oder gemischte Anfragen. Die moderne Oberfläche beschleunigt den Einstieg, gerade für Teams, die wenig Lust auf schwere Desktop-Software haben.

Ein einfaches Beispiel: Ein Kunde mit Gewerbedach will eine schnelle Einschätzung. Das Büro legt das Projekt an, prüft das Dach in der Satellitenansicht und baut zwei Varianten, einmal ohne Speicher, einmal mit Speicher. Damit lässt sich intern schneller entscheiden, ob sich ein Vor-Ort-Termin lohnt.

Die Kehrseite ist klar. Das Tool ist auf Huawei optimiert und braucht einen Account. Wenn Ihr Betrieb häufig zwischen Herstellerwelten springt oder datensparsame Prozesse ohne Registrierung bevorzugt, passt das nicht immer. Gerade bei kostenloser PV-Planungssoftware ist die Frage nach Login, Datenhoheit und Weiterverarbeitung kein Nebenthema, sondern Teil der Auswahl.

Wenn Sie Huawei ohnehin verbauen, ist FusionSolar SmartDesign 2.0 ein effizienter Weg für die Vorplanung.

5. BayWa r.e. Solar-Planit

Solar-Planit gehört zu den interessantesten Werkzeugen in dieser Liste, weil es den Schritt vom reinen Rechner zum cloudbasierten End-to-End-Tool gut zeigt. Der Anbieter beschreibt es als kostenlos nutzbar in 15 europäischen Ländern und mit standortbezogener Planung, Wind- und Schneelastzonen, 3D-Dach sowie Wirtschaftlichkeitsfunktionen. Für Handwerksbetriebe ist das relevant, weil kostenlose Tools heute oft mehr sein müssen als nur ein Ertragsrechner.

Im Alltag überzeugt Solar-Planit vor allem dann, wenn Planung, Dokumentation und Angebotsausgabe zusammenlaufen sollen. Teamzugriff, Projektspeicherung, Berichte und PDF-Ausgaben sind keine netten Extras, sondern entlasten Büro und Baustelle. Wer schon einmal drei verschiedene Dateistände zu einer Anlage gesucht hat, weiß warum.

Der Nutzen im Betrieb

Solar-Planit passt gut zu Betrieben, die wiederkehrend ähnliche Prozesse aufsetzen wollen. Also Erstplanung, Angebotsdokument, Materialidee und Projektübergabe. Gerade im kleinen und mittleren Installationsbetrieb reduziert das Medienbrüche.

  • Stark bei Teamarbeit: Projekte bleiben zentral abgelegt statt in Einzelpostfächern.
  • Stark bei Dokumenten: PDF- und Print-Ausgaben taugen für Angebotsakte und Projektmappe.
  • Schwächer bei spontanen Einmalnutzern: Konto, Regionseinrichtung und Workflow wollen sauber eingerichtet werden.

Praktisches Beispiel: Das Büro erstellt die Auslegung und exportiert das PDF für den Kunden. Parallel landet dieselbe Planung intern in der Projektakte. Die Montage bekommt später dieselben Unterlagen mit klarer Versionslage. So vermeiden Sie, dass auf der Baustelle mit einem alten Screenshot gearbeitet wird, während im Büro schon eine geänderte Belegung gespeichert ist.

Wenn Sie kostenlose PV-Planungssoftware suchen, die näher an einem echten Betriebsprozess liegt, ist BayWa r.e. Solar-Planit einer der spannendsten Kandidaten.

6. KOSTAL Solar Plan

KOSTAL Solar Plan ist ein solides Werkzeug für Betriebe, die KOSTAL-Wechselrichter regelmäßig einsetzen und eine klare, unkomplizierte Auslegung brauchen. Der Fokus liegt auf String- und Wechselrichterdimensionierung sowie projektbezogener Dokumentation. Das ist kein Showroom-Tool für spektakuläre Präsentationen. Es ist eher ein Werkstattwerkzeug.

Gerade das kann ein Vorteil sein. Viele Teams brauchen in der Praxis keine zehn fancy Ansichten, sondern eine Auslegung, die schnell steht und später technisch sauber zur Hardware passt. Wenn Ihr Einkauf und Ihre Montage bereits auf KOSTAL eingespielt sind, sparen Sie mit einem solchen Tool Abstimmung.

Was funktioniert und was nicht

Die Webversion ist praktisch, weil Sie ohne großen IT-Aufwand loslegen können. Wer tiefer arbeitet, kann auch die Desktop-Variante nutzen. Hilfsmaterial und Anleitungen sind verfügbar, was den Einstieg für neue Mitarbeiter erleichtert.

Wenn ein Betrieb einen Hersteller regelmäßig verbaut, ist ein gutes herstellernahes Tool oft produktiver als ein theoretisch offenes System, das niemand im Team wirklich beherrscht.

Ein realistisches Einsatzszenario: Das Büro plant tagsüber mehrere kleinere Wohnhausanlagen. Für Projekte mit KOSTAL-Hardware lässt sich die Wechselrichterauswahl sauber standardisieren. Das macht Angebote schneller und verhindert, dass jeder Sachbearbeiter seine eigene Auslegungslogik fährt.

Die Grenze ist aber ebenfalls klar. KOSTAL Solar Plan ist kein vollständiges End-to-End-System für Vertrieb, Montage und Projektkommunikation. Es hilft bei der Auslegung. Die Übergabe in Materialfluss, Baustelleninfo und Nachweisführung müssen Sie selbst sauber organisieren.

Wenn das zu Ihrem Materialmix passt, ist KOSTAL Solar Plan eine sinnvolle kostenlose Option.

7. K2 Base

K2 Base (K2 Systems)

K2 Base ist kein kompletter PV-Planer. Und genau deshalb ist es oft so nützlich. Wenn Sie Unterkonstruktion, Ballastierung, Montagepläne und statische Dokumentation schnell brauchen, spielt dieses Tool seine Stärke aus. Das spart vor allem dort Zeit, wo allgemeine Planungssoftware zu grob bleibt.

Für Flach- und Schrägdächer ist das im Alltag Gold wert. Viele Fehler entstehen nicht bei der ersten Modulskizze, sondern bei der Übersetzung in reale Montage. K2 Base schließt diese Lücke deutlich besser als ein bloßer Ertragsrechner.

Der beste Einsatzfall

Nutzen Sie K2 Base dann, wenn die elektrische Auslegung schon grob steht und jetzt die mechanische Seite belastbar werden muss. Das Tool erzeugt PDF-Reports, Montagepläne und Ballastierungsangaben. Browserbasiert ist es auch, also keine Installationshürde für das Team.

Praktisches Beispiel: Das Büro plant die Anlage in einem All-in-One-Tool. Danach wird das Dach in K2 Base mechanisch sauber nachgezogen. Die erzeugten Pläne gehen an die Baustelle, wo Monteure mit einer klaren Stückliste und Montagesicht arbeiten können. Das reduziert Improvisation auf dem Dach.

Nachteilig ist die klare Herstellerbindung an K2-Montagesysteme. Außerdem ist das Tool kein vollständiges Angebotssystem. Wer alles in einem Tool erwartet, wird hier enttäuscht. Wer Montage sauber professionalisieren will, bekommt dagegen echten Nutzen.

Den Einstieg bietet K2 Base von K2 Systems.

8. Schletter Configurator

Schletter Configurator

Schletter Configurator ist ähnlich wie K2 Base ein Spezialwerkzeug für die Unterkonstruktion. Wenn Ihr Betrieb häufig mit Schletter arbeitet, bringt das Tool Tempo in die Dachkonfiguration. Vor allem bei gängigen Dachtypen kommen Sie schnell zu einer belastbaren Lösung mit Ergebnisreport.

Der Vorteil liegt in der Praxisnähe. Sie planen nicht abstrakt, sondern entlang realer Schletter-Systeme. Das reduziert Abstimmung mit Einkauf und Montage, weil die Unterkonstruktion nicht erst aus einer allgemeinen Planung manuell übersetzt werden muss.

Wo Handwerker direkt profitieren

Der Configurator liefert Echtzeit-Analysen zur Dimensionierung und erstellt die notwendige Projektdokumentation. Das ist besonders hilfreich, wenn der Bauleiter vor Freigabe noch wissen will, ob die geplante Unterkonstruktion vollständig und sauber dokumentiert ist.

  • Schnell bei Standarddächern: Für wiederkehrende Dachformen läuft die Konfiguration zügig.
  • Praktisch für die Montage: Ergebnisreports lassen sich in die Baustellenunterlagen übernehmen.
  • Begrenzt im Gesamtprozess: Kalkulation, Vertrieb und elektrische Auslegung bleiben außerhalb.

Gerade Dachbetriebe, die PV-Unterkonstruktionen in ihre Abläufe integrieren, sollten die Übergabe ernst nehmen. Eine gute Montageplanung bringt wenig, wenn die Baustelle die Unterlagen in Chatverläufen zusammensucht. Wer solche Prozesse digital ordnen will, findet in diesem Praxisbeitrag zu Software für Dachdecker-Prozesse sinnvolle Ansätze für die Baustellenorganisation.

Wenn Schletter in Ihrem Materialmix gesetzt ist, ist der Schletter Configurator ein brauchbares Spezialwerkzeug ohne zusätzliche Lizenzhürde.

9. Renusol PV-Configurator 3.0

Renusol PV-Configurator 3.0 ist ebenfalls ein Montage-Spezialist, bringt aber eine sehr dokumentationsstarke Projektlogik mit. Wenn Sie am Ende nicht nur eine Konfiguration, sondern vollständige Projektberichte mit Statik, Parametern und Stückliste brauchen, ist das im Alltag viel wert. Gerade bei Übergaben, Nachweisen und Rückfragen aus dem Büro zahlt sich das aus.

Interessant ist die Mehrsprachigkeit und die länderspezifische Ausrichtung. Für Betriebe mit verschiedenen Projekttypen oder grenznahen Einsätzen kann das die Arbeit vereinfachen. Im Kern bleibt es aber ein Renusol-Tool. Das muss zum eigenen Systemeinsatz passen.

Wichtig für Dokumentation und Nachweise

Der PV-Configurator erzeugt vollständige Projektberichte und ist damit stark für Betriebe, die sauber archivieren müssen. Das hilft nicht nur intern, sondern auch dann, wenn später Unterlagen nachgereicht oder erneut benötigt werden. Gerade im Handwerk kostet schlechtes Wiederfinden am Ende mehr Zeit als die Planung selbst.

Ein typisches Szenario: Das Projekt ist technisch freigegeben, aber kurz vor Montage will das Team noch einmal auf Statik und Stückliste zugreifen. Wenn diese Unterlagen ordentlich im Projekt liegen, spart das Anrufe und Sucherei. Wenn nicht, verliert das Team Zeit genau dann, wenn die Baustelle laufen soll.

Der Nachteil liegt in der Herstellerbindung und in der Datenverarbeitung über den Anbieter. Wer bei kostenloser PV-Planungssoftware sehr genau auf Datenhoheit achtet, sollte Nutzungsbedingungen und Speicherlogik prüfen. Das gilt nicht nur hier, sondern grundsätzlich für kostenlose Cloud-Tools.

Für Renusol-Anwender ist der Renusol PV-Configurator 3.0 eine praktische Ergänzung in der Montageschiene.

10. PVGIS

PVGIS (Photovoltaic Geographical Information System, EU‑JRC)

PVGIS ist das neutralste Tool in dieser Liste. Es ist kein Komplett-Planer, kein Vertriebstool und kein Montagesystem-Konfigurator. Es ist ein starkes Werkzeug für Standort- und Ertragsabschätzung. Genau deshalb sollte es in vielen Betrieben trotzdem auf dem Schirm sein.

Wenn Sie eine zweite Meinung zur Ertragserwartung brauchen oder eine Vorabschätzung nicht nur auf Herstellerlogik stützen wollen, ist PVGIS sehr nützlich. Das Tool hilft bei Strahlungs- und Ertragsrechnungen, Verlustmodellen und Datenauswertung. Für belastbare Vorprüfungen ist das oft sinnvoller als ein hübscher, aber enger Produktkonfigurator.

So passt PVGIS in einen echten Workflow

In Deutschland zeigt sich seit Jahren, wie wichtig Geodaten und regionale Einstrahlungsinformationen für frühe Bewertungen sind. Der Beitrag zu Solardachkataster, Energieatlas und kostenlosen Planungstools beschreibt genau diese Rolle in der frühen Flächenbewertung und Erstvalidierung. PVGIS passt in dieselbe Denkrichtung. Erst Standort und Ertragsannahme sauber prüfen, dann tiefer in Hardware und Montage gehen.

Praktisches Beispiel: Ein Kunde fragt für ein verschachteltes Dach an. Statt sofort in die vollständige Herstellerplanung zu springen, prüfen Sie zunächst mit PVGIS die grobe Ertragsseite. Wenn das Projekt wirtschaftlich grundsätzlich Sinn ergibt, folgt die Detailplanung in einem Komplett- oder Herstellertool.

Neutrale Ertragsprüfung ist oft der beste Gegenpol zu herstellernahen Verkaufsrechnern.

PVGIS ersetzt allerdings keine Stringauslegung, keine Montageplanung und kein Angebotsdokument. Wer es richtig einsetzt, nutzt es als Ergänzung. Für Betriebe, die auch angrenzende Energieberatungsprozesse mitdenken, ist dieser Praxisleitfaden zu Software für Energieberater ebenfalls relevant.

Der Zugang läuft direkt über PVGIS der EU.

Kurzvergleich: 10 kostenlose PV‑Planungsprogramme

Tool Kernfunktionen Usability & Qualität Zielgruppe & Einsatz USP Preis / Zugang
SMA Sunny Design Auslegung & Simulation, Dachbelegung, Verschattungsanalyse, Ertrags- & Wirtschaftlichkeitsrechnung Web & mobil, Projekte speicherbar, gute Dokumentation Installateure/Planer, schnelle Erstentwürfe, SMA‑Integration Tiefe Integration ins SMA‑Ökosystem; praxisnahe Tools Basisversion gratis; PRO‑Funktionen kostenpflichtig; SMA‑ID nötig
Fronius Solar.creator Komplette Anlagen‑Auslegung, Komponentenmatching, Report‑/Angebotshilfen Cloudbasiert, übersichtlich, gut für Kundengespräche Installateure, Vertriebsunterstützung, Kundenpräsentationen Kundenorientierte Berichte; klare Angebotsunterstützung Kostenlos nach Registrierung
SolarEdge Designer Automatisches elektrisches Design, String‑/DC‑Planung, Batterie/Backup Online, hohe Genauigkeit laut Tests, Installer‑Account Installateure mit SolarEdge‑Hardware 100% Integration in SolarEdge; sehr präzise elektrische Planung Kostenlos; Installer‑Account erforderlich
Huawei FusionSolar SmartDesign 2.0 Satelliten‑Layout, PV+ESS‑Auslegung, Variantenvergleich, automatische Empfehlungen Moderne UI, schnelle Dimensionierung, Account erforderlich Residential & C&I Projekte, Huawei‑Installateure Schnelle automatische Empfehlungen; gut für Speicheranwendungen Kostenlos; Registrierung nötig
BayWa r.e. Solar‑Planit End‑to‑end Planung, Ertrags‑ & Wirtschaftlichkeitsrechnung, PDF‑Outputs Teamfunktionen, praxisnah, gute Dokumentenausgaben Großhändler/Installateur‑Teams, Angebotsdokumentation Starke PDF/Angebots‑Outputs; praxisorientiert Kostenlos; Benutzerkonto & Regionseinrichtung erforderlich
KOSTAL Solar Plan String‑/Wechselrichter‑Dimensionierung, projektspezifische Dokumentation Web & Desktop verfügbar, Anleitungsmaterial online Installateure, die KOSTAL‑Wechselrichter nutzen Deutscher Hersteller; optimiert für KOSTAL‑Hardware Kostenlos; Desktop‑Variante optional installierbar
K2 Base (K2 Systems) Dachstatik‑ & Ballastberechnung, Montagepläne, PDF‑Statikreports Browserbasiert, schneller Workflow, keine Installation Montageplaner, Dachmonteure, K2‑Systemnutzer Sehr schnelle Statik‑ und Montagepläne Kostenlos, browserbasiert
Schletter Configurator Auslegung Schletter‑Systeme, Echtzeit‑Analysen, Projektdokumentation Schnell, praxisbewährt, Supportwege dokumentiert Dachmonteure, Schletter‑Kunden Bewährter Montagespezialist; rasche Konfiguration Kostenlos; auf Schletter‑Hardware beschränkt
Renusol PV‑Configurator 3.0 Vollständige Projektberichte inkl. Statik & Stückliste, Montagepläne Mehrsprachig, detaillierte Reports, länderspezifische Normen Montageplaner, Renusol‑Kunden, Dokumentation Umfangreiche Statikberichte; Eurocode‑Berücksichtigung Kostenlos; Anbieter verarbeitet/speichert Projektdaten
PVGIS (EU‑JRC) Strahlungs‑ & Ertragsrechner, Verlustmodelle, historische Datensätze Wissenschaftlich fundiert, interaktive Karten, hohe Datenqualität Energieberater, Planer, wissenschaftliche Analysen Neutral & EU‑basiert; exakte Ertragsannahmen für DE/EU Kostenlos; kein End‑to‑end Auslegungstool

Ihr digitaler Werkzeugkasten für die PV-Planung

Die perfekte kostenlose eierlegende Wollmilchsau gibt's nicht. Und das ist auch nicht das eigentliche Problem. Das Problem ist meist ein anderer Punkt: Viele Betriebe suchen ein Tool, obwohl sie eigentlich einen sauberen Ablauf brauchen. Planung, Angebot, Material, Baustelleninfo und Nachweise müssen zusammenpassen. Sonst sparen Sie in der Planung zehn Minuten und verlieren später zwei Stunden in Rückfragen.

Am sinnvollsten ist deshalb die Einteilung nach Anwendungsfall. Für die Erstplanung und Angebotsphase funktionieren Komplett-Planer wie SMA Sunny Design, Fronius Solar.creator, Huawei SmartDesign oder Solar-Planit gut. Für herstellergebundene Elektroauslegung passen SolarEdge Designer oder KOSTAL Solar Plan. Für die mechanische Seite sind K2 Base, Schletter Configurator und Renusol PV-Configurator die besseren Werkzeuge. Für neutrale Ertragsprüfung ist PVGIS der sinnvolle Gegencheck.

Im Betriebsalltag funktioniert oft dieser einfache Workflow. Anfrage kommt rein. Das Büro macht die Erstvalidierung mit einem Komplett-Tool oder PVGIS. Danach folgt die technische oder herstellerspezifische Detailplanung. Anschließend ziehen Sie bei Bedarf die Unterkonstruktion in einem Spezialtool nach. Entscheidend ist dann der letzte Schritt. Die Ergebnisse müssen ohne Reibung auf die Baustelle.

Genau hier scheitern viele Prozesse. Das Angebot liegt als PDF in der E-Mail, der Montageplan in einem Download-Ordner, die Rückfragen kommen per WhatsApp, Fotos landen auf privaten Handys, und niemand weiß sicher, welche Version gilt. Wenn Sie Ihre Marge verbessern wollen, reicht kostenlose PV-Planungssoftware allein nicht. Sie brauchen auch eine saubere Übergabe in die Baustellenkommunikation.

Ein praktikabler Weg ist, Planungsdaten, PDFs, Montagehinweise, Fotos und Sprachnachrichten zentral projektbezogen abzulegen. So sieht das Büro, was draußen passiert, und die Baustelle findet die freigegebenen Unterlagen wieder. In diesem Zusammenhang kann Vork als Baustein passen, wenn Sie die Lücke zwischen Planung und Baustellendokumentation schließen wollen. Gerade für Betriebe, die ohnehin mit WhatsApp arbeiten, ist der Nutzen klar: weniger Sucherei, weniger Rückfragen, sauberere Nachweise.

Unterm Strich gilt: Suchen Sie nicht nach zehn Tools für alle Fälle. Wählen Sie ein Haupttool für Ihre häufigsten Projekte und ergänzen Sie es gezielt mit einem Spezialwerkzeug für Montage oder Ertragscheck. Diese Kombination bringt im Alltag meist mehr als ein überladener Softwarepark. Und sie verbessert genau das, worauf es im Handwerk ankommt. Schnellere Angebote, weniger Fehler, sauberere Übergaben und am Ende mehr Marge.


Wenn Ihre PV-Planung im Büro sauber läuft, aber die Infos auf der Baustelle in Chats, Fotos und Sprachmemos zerfallen, lohnt sich ein Blick auf Vork. Die Lösung hilft Handwerksbetrieben dabei, Baustellenkommunikation aus WhatsApp strukturiert dem richtigen Projekt zuzuordnen, Dokumentation wiederzufinden und Unterlagen für Büro, Kunden und Nachweise sauber bereitzustellen. So wird aus Planung auch ein belastbarer Ablauf bis zur fertigen Baustelle.

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